Mit Herz, Erfahrung und Engagement

Drei prägende Persönlichkeiten der Ambulanten Erziehungshilfen (AEH) der Diakonie im Kirchenkreis Halle verabschieden sich in den Ruhestand: Annette Wellinger, Dieter Brinkmann und Wanda Sokalski haben über Jahrzehnte hinweg die Arbeit mit Familien maßgeblich gestaltet – und hinterlassen nicht nur Erfahrung und Fachwissen, sondern auch bleibende Spuren im Team und bei den betreuten Menschen.

Die Ambulanten Erziehungshilfen unterstützen Familien in schwierigen Lebenssituationen, helfen bei Erziehungsfragen und begleiten sie bei der Bewältigung von Alltagsproblemen. Für viele war und ist die AEH ein verlässlicher Anker – nicht zuletzt durch engagierte Mitarbeitende wie die drei nun verabschiedeten Fachkräfte.

Das Team verabschiedete sich persönlich von den drei Ruheständlern. Bild: Diakonie im Kirchenkreis Halle

Annette Wellinger startete vor 13 Jahren direkt als stellvertretende Leitung. Die heute 66-Jährige galt im Team als verlässliche und geschätzte Kollegin. Ihr besonderes Engagement galt der Arbeit mit Kindern und Pflegefamilien – ein Bereich, der ihr besonders am Herzen lag. Die Diplom-Soziologin blickt dankbar auf ihre Zeit zurück: „Ich habe mich hier immer vom Team getragen gefühlt, man konnte miteinander reden und sich austauschen – das war immer toll.“

Auch Wanda Sokalski hat die AEH über viele Jahre geprägt. Seit 14 Jahren war sie insbesondere das Gesicht der Familienbegleitung im Sozialraum (FiS). Dieses Angebot richtet sich an Familien mit langfristigem Unterstützungsbedarf und verbindet individuelle Begleitung im Alltag mit gemeinschaftlichen Aktivitäten. Durch regelmäßige Treffen und Kontakte zu anderen Familien werden Fähigkeiten gestärkt und neue Perspektiven eröffnet. Die Diplom-Pädagogin freut sich nun auf ruhigere Vormittage, weiß aber auch, dass ihr die Arbeit fehlen wird: „Was ich immer am meisten geschätzt habe, war die familiäre Atmosphäre. Ich bin hier immer gerne hergekommen. Und wenn man mal etwas nicht wusste, gab es gute Tipps und keine Kritik.“

Dieter Brinkmann schließlich kann auf beeindruckende 26 Jahre bei den AEH zurückblicken. Für den 67-jährigen Diplom-Sozialpädagogen stand ein Wechsel nie zur Debatte: „Ich hatte nie das Bedürfnis zu wechseln.“ In dieser Zeit begleitete er über 200 Familien – oft über mehrere Generationen hinweg. Darüber hinaus entwickelte er Projektideen und wirkte an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Erziehungshilfen mit. Seine persönliche Bilanz zeigt das Ausmaß seines Engagements: „Wenn man alle Familienangehörigen betrachtet, habe ich weit über 1.000 Menschen begleitet. Und wenn ich mir die Namen ansehe, fällt mir zu fast jeder Familie noch etwas ein.“ Mit einem Lächeln ergänzt er: „Außerdem habe ich über 200.000 Kilometer beruflich mit dem Auto zurückgelegt.“

Was alle drei eint, ist die tiefe Verbundenheit mit ihrer Arbeit und dem Team. Ihr Abschied markiert das Ende einer Ära – und zugleich den Beginn eines neuen Kapitels, sowohl für sie persönlich als auch für die AEH, die auf einem starken Fundament weiterarbeiten wird.

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