Bunte Wände – Starke Stimmen

Schlagzeug und der eigene Hund – die Jugendlichen brachten auf die Wände, was ihnen persönlich wichtig ist. Bild: Diakonie im Kirchenkreis Halle

. In Familien können vielfältige Alltagsprobleme und Konflikte auftreten. Manche Eltern brauchen für einen gewissen Zeitraum eine intensivere Unterstützung bei der Erziehung ihrer Kinder, wenn sie allein nicht zurechtkommen oder alles zu herausfordernd ist. Dann vermittelt das Jugendamt Erziehungshilfen – ambulant oder auch stationär.

Diese Unterstützungsangebote fördern die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und sichern das Kindeswohl. Um die Vielfalt dieser Angebote und die Menschen dahinter sichtbar zu machen, findet vom 1. bis 5. September 2025 in NRW die Woche der Erziehungshilfe statt. In Steinhagen fand dieses Sichtbarmachen im Rahmen eines Graffiti Workshops für Kinder und Jugendliche aus dem Bereich Ambulante Erziehungshilfe unter dem Motto „Bunte Wände – Starke Stimmen“ statt. Im Garten des Kreisfamilienzentrums kamen 12 Kinder und Jugendliche zusammen und sprayten unter Anleitung von Profi Malik Heilmann in kürzester Zeit beeindruckende und persönliche Bilder. In den Motiven fand sich wieder, was ihnen wichtig ist: Schlagzeug spielen, der eigene Hund, Tanzen, der persönliche Glaube, der Gameboy und vieles mehr.

Im Garten des Kreisfamilienzentrums konnten sich die Kinder und Jugendlichen mit Spraydosen austoben. Bild: Diakonie im Kirchenkreis Halle

Organisiert haben den Workshop die beiden Träger der Ambulanten Erziehungshilfe – AWO OWL und der Diakonie im Kirchenkreis Halle. Zur Präsentation der Ergebnisse fand eine gemeinsame Runde mit Politikerinnen aus der Kommune und dem Kreistag sowie der Träger statt, um noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit, aber auch die Problematik der fehlenden ausreichenden Finanzierung hinzuweisen.

„Unsere Hilfen zur Erziehung sind unverzichtbar, da sie Kindern, Jugendlichen und Familien in schwierigen Lebenssituationen professionelle Unterstützung bieten“, sagt Fabian Drosselmeier, Leiter der Ambulanten Erziehungshilfe der Diakonie im Kirchenkreis Halle. Besonders wichtig sei es schon früh Hilfe anbieten zu können, um spätere stationäre Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen möglichst zu vermeiden und sie so lange wie möglich in den Familien zu belassen.

Zur Präsentation der Ergebnisse gab es eine gemeinsame Runde mit Politikerinnen aus der Kommune und dem Kreistag sowie Vertretern der Träger. Bild: Diakonie im Kirchenkreis Halle

„Um diese Hilfen anbieten zu können, braucht es aber eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Denn nur motivierende Mitarbeitende in stabilen Arbeitsverhältnissen, können auch wirkmächtig in instabilen Familiensystemen sein!“, erklärt Fabian Drosselmeier.

Auch seine Kollegin Sabine Schubert kennt die Problematik der zähen Verhandlungen um finanzielle Mittel und deren Auswirkungen. „Wir brauchen für die Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe verlässliche Finanzierungsstrukturen, die es auch ermöglichen individuelle Unterstützungen in Einzelfällen möglich zu machen. Es ist wichtig, kein Kind zurückzulassen. Kinder sind das Kostbarste auf der Welt, als Erste-Welt-Land muss es uns gelingen ihnen allen gute Chancen zu schaffen“, sagt die Geschäftsführerin des Geschäftsfeldes Beratung, Betreuung und Förderung des AWO Bezirksverbands.

Wo finde ich Unterstützung?

Eltern, Pflegeeltern, Vormünder sowie Kinder und Jugendliche können sich bei Unterstützungsbedarf an das Jugendamt wenden – etwa bei familiären Konflikten, Überforderung, Entwicklungs- oder psychischen Problemen, Trennung oder belastenden Lebensereignissen.
Auch junge Volljährige können diese Hilfen erhalten.
Das Jugendamt prüft den Bedarf und vermittelt passende, am Kindeswohl orientierte Maßnahmen, die ambulant, teilstationär oder stationär sein können.
Dazu zählen vielfältige Angebote wie Erziehungsberatung, Tagesgruppen oder betreutes Wohnen.

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